Schnee

Ganz unbedacht gehe ich zum Fenster, in  mir einfach nur ein Gefühl von Ungewissheit und Langeweile. Ich öffne das Fenster und mit einem Ruck ziehe ich das Rollo nach oben und öffne auch das äußere Fenster. Auf einmal ist das Gefühl weg, ein kalter Wind bläst in den kleinen Raum und erfüllt ihn mit eisiger Frische.
Ich blicke hinaus in das Grau der Stadt und dennoch erfüllt mich wahnsinnige Freude,...denn ich sehe sie. Eigentlich habe ich gehofft sie heuer nicht zu sehen, doch jetzt wo sie hier vor meinem Fenster tanzen, das Grau der Stadt etwas auflockern und mich an eine längst vergangene Zeit erinnern, bin ich froh darüber, die kleinen und großen Schneeflocken, die ganz ohne Zwang im Wind taumeln, zu sehen.
Ihr erinnert mich an früher, als man noch das ganze Jahr über nur darauf gewartet hat, dass es endlich anfängt zu schneien. Ob sie sich wohl auch an mich erinnern? Erinnert ihr euch daran wie ich in den Himmel gestarrt habe, mit riesigen Augen und versucht habe euch zu zählen? Als ich meine Zunge ausgestreckt habe und versuchte habe euch zu fangen? Erinnert ihr euch daran das es nichts schöneres für mich gab als zuzusehen wir ihr langsam vom Himmel herab schwebt und dann auf meiner Haut schmilzt? Oder wie wunderbar ich es fand, all die grünen Bäume um mich herum auf einmal in einem weißen Mantel zu sehen?
Ja, ich glaube ihr erinnert euch, ihr haltet die Erinnerung für mich fest und gebt sie dann an mich weiter. Bis ihr wieder schmilzt und die Erinnerung mit euch im Boden versickert.
Aber nächstes Jahr kommt ihr hoffentlich wieder...

16.12.07 08:48

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Galinor / Website (16.12.07 11:20)
Schöner Eintrag.
Schnee ist immer etwas feines, für mich ein Faktor für gute Laune.

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